Mi. 9.6.10 | 20:00 – So. 8.8.10 | 18:00 | Ausstellung
Materie und Geist
Ausstellung des Objektkünstlers Angelo Monitillo
Werke des Künstlers sind in der Außenanlage entlang des Gehweges am Wasser (hinter dem Kulturforum und der Malerschule) sowie auf dem Steg positioniert. Weitere Objekte werden im 1. Obergeschoß der Malerschule präsentiert.
Angelo Monitillo arbeitet ausschließlich mit scheinbar unbedeutenden Dingen, die ausgedient haben und weggeworfen werden. Der Objektkünstler zeigt seine Idee von "Work in Progress". Alles ist dem Wandel unterworfen. Nichts bleibt so, wie es ist und alles könnte auch ganz anders sein.
Auslöser für die intensive Beschäftigung mit der modernen Objektskulptur des 20. Jahrhunderts war für Angelo Monitillo der spanische Maler, Grafiker und Bildhauer Pablo Picasso. Der hatte 1942 einen Fahrradsattel und eine verrostete Lenkstange gefunden und so aneinandergefügt, dass daraus ein Stierkopf entstand. Er drehte die Lenkstange mit den Griffen nach oben und schweißte den Sattel mit der Spitze nach unten darauf. Aus Metallteilen war Kunst entstanden. "Grandios!", riefen die Leute. "Phantastisch! Genial!" Die Menschheit hält dieses Werk für große Kunst, für ein Schlüsselwerk der Moderne.
Schrottplätze sind für Angelo Monitillo deshalb der ideale Ausgangspunkt seines künstlerischen Schaffens. Dort sichtet und sammelt der Objektkünstler die Grundmaterialien für seine Werke, greift im wahrsten Sinn des Wortes zum "alten Eisen". Er erkennt, was die Gegenstände werden wollen, schweißt Metalle aller Art zusammen und formt sie zu einem Kunstwerk. Dem Künstler gelingt es, lebendige Skulpturen aus Metallschrott zu schaffen, die von weitem sehr natürlich und lebendig aussehen. Bei genauerem Hinsehen erschließen sich dem Betrachter jedoch immer mehr Details der Figuren. Man entdeckt Schrauben, Muttern, Drähte, alte Schlüssel und Fahrradklingeln.
Eine wichtige Komponente seines Schaffens ist die religiöse Kunst. Wenn in Monitillos großem Kruzifix beispielsweise zahlreiche Schlüssel verarbeitet sind, so hat das durchaus auch eine tiefere, in diesem Fall theologische Aussage. Der Schlüssel wird zum Symbol des Glaubens. In Form, Aussage und Ästhetik sind die Objekte interessant bis ins kleinste Detail - egal ob Mensch oder Tier. Alle lebensgroßen Metallskulpuren wirken so real, wie aus dem Augenblick herausgefangen.
“Art de Povera”, die sogenannte arme Kunst, ist eine Kunst ganz besonderer Art. Sie schlägt unserer Wegwerfgesellschaft ein Schnippchen, indem sie das, was wir als unnütz und hässlich ausrangieren (damit niemand es länger ansehen muss), wieder in unseren Focus rückt! Angelo Monitillos Arbeiten erzählen ihre Geschichten auch durch das, was an Material in ihnen steckt, und fordern auf, genau hinzusehen.
Angelo Monitillo
geboren 1961 in Altamura (Bari), Italien, zog 1972 mit seiner Familie nach Deutschland. Zunächst lebte er in Lippstadt, später in Wiedenbrück. Nach privatem Studium mit ersten Eindrücken des Dekorativismus und Linearismus, des Jugendstils und Expressionismus begann Monitillo ab 1992 selbstständig als Künstler zu arbeiten. Bis heute folgten viele Ausstellungen in Deutschland und im europäischen Ausland. 2003 eröffnete Angelo Monitillo sein Atelier in einem Fachwerkhaus von 1683 in Rietberg an der Ems im Kreis Gütersloh, wo er bis heute lebt und arbeitet.
Mehr Eindrücke von Angelo Monitillos Arbeiten finden Sie im Internet unter www.monitillo.com
Veranstalter: Kulturforum am Hafen
Angelo Monitillo
Mi. 09 Juni 2010 | 20:00 – So. 08 August 2010 | 18:00 Uhr
Eintritt frei












