MoKi | Mo. 04.12.17 | 20:00

Filmclub "Montagskino"/KIK -Filmklassiker

Die Brücke

(DE 1959, 98 Minuten, Drehbuch und Regie: Bernhard Wicki)

Die Bruecke 1959Für Filmfreunde gibt es im "Montagskino" an jedem ersten Montag im Monat um 20 Uhr ein Wiedersehen mit den großen Stars der Filmgeschichte.

Jeder Filmabend beginnt ab 18:30 Uhr mit einem zwanglosen Zusammensein, bei dem die kulinarischen Genüsse in Form selbst zubereiteter und leckerer Speisen im Vordergrund stehen.

Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich. Der Preis für das Essen (ohne Getränk) beträgt 15,00 Euro und für den Film 5,00 Euro.

Wer Lust hat, seine Kochkünste vorzuführen, kann sich mit guten Ideen im Büro melden.

Der Film Die Brücke ist ein deutscher Antikriegsfilm von Bernhard Wicki aus dem Jahre 1959. Er basiert auf dem im Jahr zuvor erschienenen gleichnamigen autobiografischen Roman von Gregor Dorfmeister, der nach eigener Aussage mit diesem Roman seine persönlichen Kriegserlebnisse verarbeitete und veröffentlichte.

„Die Brücke“ ist einer der deutschen Spielfilme, der nach 1945 mit den meisten Preisen ausgezeichnet wurde. Mit einer beeindruckenden Dramaturgie und stark affektiven Bildern zeigt Wicki auf, wie die im Nationalsozialismus aufgewachsene deutsche Jugend mit einem fehlgeleiteten Idealismus aufwächst und zu einem Heldenwahn erzogen wird, der sie konsequent in den politisch missbrauchten „Tod fürs Vaterland“ führt.

Der Film wurde 1960 mit dem Deutschen Filmpreis in fünf Kategorien ausgezeichnet. Bernhard Wicki erhielt für diesen Film 1989 aus Anlass des 40-jährigen Bestehens der Bundesrepublik Deutschlands einen weiteren Spezialpreis des Bundesfilmpreises.

Außerdem erhielt der Film den Golden Globe Award als bester ausländischer Film und eine Nominierung für den Oscar als bester fremdsprachiger Film sowie noch weitere Auszeichnungen im In- und Ausland. 2003 erstellte die Bundeszentrale für politische Bildung in Zusammenarbeit mit zahlreichen Filmschaffenden einen Filmkanon für die Arbeit an Schulen und nahm diesen Film in ihre Liste mit auf.

Drei der sieben Darsteller der Jungen hatten in Die Brücke ihre erste Filmrolle überhaupt: Frank Glaubrecht, Volker Lechtenbrink und Michael Hinz. Vicco von Bülow, später als Loriot berühmt, hat hier eine seiner ersten Filmrollen. Als Stabsfeldwebel ruft er mehrmals das Codewort „Bienenkorb“ ins Telefon.

„Ich habe in den Jahren seit der ‚Brücke‘ Tausende von Briefen von jungen Männern bekommen, die mir schrieben, dass sie auch aufgrund meines Films den Kriegsdienst verweigert haben. Das und die Auszeichnung der Vereinten Nationen für die Arbeit am Frieden zählt zu den wenigen Dingen in meinem Leben, auf die ich wirklich stolz bin.“ (Bernhard Wicki: Filmbegleitheft, Bernhard-Wicki-Gedächtnis-Fonds, München 2004)

Die Süddeutsche Zeitung beschrieb anlässlich der Uraufführung am 22. Oktober 1959 in München Die Brücke als einen der „härtesten, bittersten Antikriegsfilme, die je über eine Leinwand liefen“. Der bis dahin „ehrlichste und erschütterndste deutsche Film über den zweiten Weltkrieg“ wurde aber von vielen Zuschauern nicht als Antikriegsfilm aufgefasst. So wies der Journalist Klaus Norbert Scheffler im Dezember 1959 in einem offenen Brief an Wicki darauf hin, dass vor allem die jugendlichen Zuschauer den Film gar nicht als Antikriegsfilm wahrnahmen, sondern sich an der Gewaltdarstellung erfreuten.Die Filmhistorikerin Lotte Eisner sah in Die Brücke sogar eine Glorifizierung des Hitlerjugend-Geistes.  

Für den Filmkritiker EnnoPatalas ging Die Brücke aber im Vergleich zu den zeitgenössischen Kriegsfilmen am weitesten in der Denunziation des Krieges. Drastische Gewaltszenen demontieren bis ins Letzte die Vorstellung vom heroischen Soldatentod.

Im Rückblick stand der Film für das Ende der westdeutschen Kriegsfilmwelle. Die Brücke ist der Antikriegsfilm des deutschen Nachkriegskino, „der kompromißlos in die Heimatfilmverlogenheit der fünfziger Jahre einbrach“. Nach Ansicht des Filmkritikers Hilmar Hoffmann erschüttert Wickis Film auch heute noch „mit seiner kargen Bildästhetik und klaren Formsprache als aufrüttelnder Appell, der Vernunft und der Menschlichkeit zu folgen, anstatt dem blinden Wahn einer rücksichtslosen Ideologie“. Für Peer Moritz ist Die Brücke ein Plädoyer für kompromisslosen Pazifismus.

„Der Film enthüllt im Mißbrauch jugendlicher Unbefangenheit und Ideale zugleich den schlimmen Aberwitz des Krieges. Das bedeutende Thema fand eine erschütternde und zugleich sachliche Gestaltung.“ (Lexikon des internationalen Films). - Quelle: Wikipedia


Veranstalter: Kulturforum am Hafen - Land in Sicht

Mo. 04. Dezember 2017 | 18:30 Uhr: Essen / 20:00 Uhr: Film | Eintritt € 5,00 (Film) / € 15,00 Essen, Anmeldung erforderlich)

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