Malerei | So. 07.10.18 | 11:00

Erhard Michel (1928-1995)

Malerei

Ausstellungseröffnung

Erhard MichelBegrüßung: Dieter Klar

Einführung: Gerhard Mönkemeier

Erhard Michel wird 1928 in Zladnig (im heutigen Tschechien) als Sohn eines Lehrerehepaars geboren.

Mit 15 Jahren wird Erhard Michel Flakhelfer, erlebt dabei die Grauen des Krieges und dann die anschließende Vertreibung.

Zwischen 1946 und 1950 gelangt er nach Nürnberg und schlägt sich als Gelegenheitsarbeiter durch. In dieser Zeit zeichnet er viel und besucht die Berufsoberschule, wo er es bis zum Leiter der abendlichen Mal- und Zeichenklasse bringt.

Michel studiert Pädagogik (1950-1952), wird Lehramtsanwärter an Nürnberger Schulen und zieht 1956 als Dorfschullehrer nach Fiegenstall und 1961 nach Weißenburg in Bayern.

Erhard Michel ist als Lehrer sehr erfolgreich, versucht aber durch Selbststudium von Bilderproduktionen, sich eine solide Ausgangsbasis für seine autodidaktischen, künstlerischen Versuche zu schaffen. Er malt aus Kostengründen mit billigen Druckerfarben, später nutzt er die eher poröse und zähflüssige Farbmaterie ganz bewusst für seine Malweise.

Durch Zufall erfährt Erhard Michel 1960 von dem Wettbewerb um den Helena-Rubinstein-Preis, gestiftet von der New Yorker Kunstsammlerin Helena Rubinstein. Er reicht drei Bilder ein, darunter „Frau und Badewanne“. Gegen den heftigen Widerstand abstrakter Interessenten der Jury erhält die „rote Frau“ den mit 20 000 DM hoch dotierten ersten Platz.

Mit einem Schlag wird Michel nicht nur in München und Süddeutschland, in den deutschen Galerien, bei den wichtigsten Kunst- und Kulturzeitschriften, sondern auch bei Kunstinteressierten und -studenten bekannt. Erhard Michel wird zu vielen Ausstellungen im In- und Ausland eingeladen.

1967 zieht Erhard Michel nach Buxtehude und 1984 nach Harsefeld. Mit den Schülern der Grund- und Hauptschule Stieglitzweg in Buxtehude bringt er erstaunlich gute Arbeiten zustande. In diese Zeit fallen neben seiner fortgeführten Porträtmalerei zeichnerische und grafische Arbeiten.

Zum 10-jährigen Jubiläum der Verleihung des Jugendbuchpreises „Buxtehuder Bulle“ Fertigt Erhard Michel Radierungen an, die aber keine Illustrationen, sondern farbige Assoziationen zu den preisgekrönten Büchern darstellen.  

1994, im Jahr seiner schweren Erkrankung, entstehen Bilder, die den bisher schon von Michel variabel gestalteten Bildraum geradezu erschüttern. Obwohl von ihm selbst bestritten, spricht vieles dafür, dass sich darin ein andeutendes oder vorausahnendes Wissen um sein weiteres Schicksal seinen malerisch-künstlerischen Ausdruck gefunden hat. Am 28. Mai 1995 stirbt Erhard Michel.

„Frau und rote Badewanne“, 1960: Erhard Michel

„Sommertag“, 1994: Erhard Michel


Veranstalter: Kulturforum am Hafen e.V. - Land in Sicht

So. 07. Oktober 2018 | 11:00 Uhr | Ausstellung bis 02.12.2018 | Eintritt frei

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